Die flüssige Winterfreude

Ach, du schöne Weihnachtszeit! Die blendenden Lichter, der verführerische Duft von gebratenen Mandeln, Zuckerwatte, Waffeln, Lebkuchen, Glühwein, Feuerzangenbowle... Vor allem die letzten beiden sorgen bei vielen Besuchern der Weihnachtsmärkte für die richtige Stimmung. Doch nicht alle können das Fest in vollen Zügen genießen. Aus diversen Gründen greifen nicht alle zu, was alkoholhaltige Getränke angeht. Bei Minderjährigen ist der Grund offensichtlich, wobei auch sie eine Möglichkeit haben, etwas erwachsener zu wirken, indem sie an einem roten würzigen Getränk nippen können, das so niedlich Kinderpunsch heißt und alkoholfrei ist. Da haben die Kinder gut lachen, denn wie fühlt es sich an, zum Beispiel einem soliden korpulenten Mann in seinen Blütejahren Kinderpunsch zu bestellen? Als ob er nicht reif genug wäre, das richtige Weihnachtsgetränk zu sich zu nehmen. Es geht ja ums Prinzip, egal, ob der fruchtige Geschmack viel Gaumenfreude bereitet oder nicht. So entsteht der berühmte deutsche Weltschmerz!

 

Doch Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn auch das nicht durchdacht wäre. Für alle Frustrierten gibt es inzwischen auch den Autofahrerpunsch. Die Zutaten sind zwar etwas anders – üblicherweise sind das Schwarztee und Orangensaft –, aber das Gefühl, das wahre Gefühl der inneren Gerechtigkeit ist mit dabei! So kann man immer noch seriös wirken und damit anstoßen, ohne ausgelacht zu werden.

 

Die Stellung der Deutschen gegenüber dem Punsch ist im Allgemeinen jedoch alles andere als negativ. Die Mischung, die ursprünglich aus Indien kam und fünf Grundzutaten enthielt, kennt heutzutage sehr viele Varianten. Eine davon wurde sogar von einem der großen Weimarer, Friedrich Schiller, in seinem „Punschlied“ besungen. Und der Dichter wusste die feuchtfröhliche Freudigkeit wohl gut zu schätzen:

 

„Vier Elemente,
Innig gesellt,
Bilden das Leben,
Bauen die Welt.“

 

Eine weitere deutsche Punscherfindung ist die Feuerzangenbowle. Das Interessanteste an der Sache ist oft sogar nicht der Konsum, sondern die Zubereitung selbst. Ein Zuckerhut, auf Feuer gelegt, überzogen mit Rum, wird langsam geschmolzen und tropft in den Wein. Der Getränk war bereits im 19. Jahrhundert sehr beliebt unter Studenten (was für eine Überraschung!), und dank dem gleichnamigen Film erlebte er eine neue Welle der Popularität. Oft kombinieren die Studenten beides und schauen trinkend den Film.

 

 

Und Glühwein? Bereits die alten Römer genossen das warme Getränk, das dem Glühwein nach seinen Zutaten sehr ähnlich war. In Deutschland gilt der sächsische Raugraf August Josef Ludwig von Wackerbarth als Erfinder des Glühweins, wie wir ihn in seiner heutigen Form kennen. Laut einer Legende wurden die kompletten Weinvorräte sauer und nicht mehr genießbar, und der schlaue Raugraf versuchte, den Geschmack mithilfe von Gewürzen etwas zu verfeinern und den Wein zu erhitzen, sodass die Plörre wenigstens trinkbar wurde. Sie wurde aber nicht nur trinkbar, sondern auch ziemlich lecker und nach so vielen Jahrhunderten wird das duftige Getränk immer noch gerne konsumiert und oft sogar über Maßen.

 

Frohe Weihnachten, guten Rutsch und prost, liebe Leser! Auf euch, aufs neue Jahr, auf weitere Treffen – online und offline! Genießt die festliche Zeit mit euren Familien und Freunden – ob mit Alkohol oder ohne, das Gefühl des Wunders und Zusammenhaltes ist das einzige, was auf jeden Fall dabei sein soll!

 

Fotografia: Ana, 4/24 Glühwein, Flickr.com.


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Opublikowano: 20.12.2015
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